Dr. Antonia Kienberger

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Was verbindet Europa mehr? Schuldenkrise oder Hamlet und Don Quijote?

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Das Treffen in Valladolid

Anthony Burgess (1917-1993), den meisten durch sein Werk Clockwork Orange bekannt, schieb ein weniger bekanntes Hörspiel über Europa. Er greift zurück ins Jahr 1616. Zeitalter des Barock. Shakespeare eben gestorben. Cervantes ebenso. Am Grab des englischen Dramatikers treffen sich Literaten, die bei den Friedensverhandlungen zwischen Spanien und England in Valladolid mit dabei waren. Der Niedergang der ersten großen Supermacht in Europa und der Aufschwung des nächsten politischen Schwergewichts bilden den Rahmen für  die Diskussion gemeinsamer europäischer - und damit nationenübergreifender - Kulturgüter.

1991 wurde das von der EBU in Auftrag gegebene Hörspiel Das Treffen von Valladolid von allen Mitgliedsländern in ihrer Sprache produziert und zeitgleich ausgestrahlt. In der deutschen Version führt Hans Gerd Krogmann die Regie, die Übersetzung übernahm Karin Graf. Dauer: 72'40.

Am 11. Februar 2012 wird es im Deutschlandfunk um 20:05 erneut ausgestrahlt.

 

Nadal-Literaturpeis 2012 für heldenhaften Álvaro Pombo

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Für seinen Roman El temblor del héroe erhält Álvaro Pombo 2012 den Premio Nadal. Dieser Preis, der vom Verlag Destino vergeben wird, ist mit 18.000 Euro dotiert. Somit wurde Pombo nun sechs Jahre nach der höchstdotierten Auszeichnung vom Verlag Planeta im Jahr 2006 für La fortuna de Matilda Turpin nun auch mit dem ältesten spanischen Literaturpreis ausgezeichnet. Fehlt nur noch der prestigreichste, doch die Vergabe der Preise für schöngeistige Literatur ist in Spanien ein Thema, das höchst polemisch kommentiert wird.

Werfen wir stattdessen lieber einen Blick auf das Werk des mittlerweile 72 Jahre alten Schriftstellers und Dichters. Sein preisgekrönter Roman El temblor del héroe spielt wieder einmal im Universitätsmilieu. Die Hauptfigur ist ein emeritierter Professor, der im Ruhestand nichts besseres zu tun hat als über die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft nachzusinnen. Klingt nicht gerade nach aktiver Lebensgestaltung. Schon eher für gepflegten Kulturpessimismus einer elitären Schicht aus einem bequemen Ohrenbackensessel heraus. Doch immerhin setzt sich der Plot bzw. der Autor gegen 300 MitbewerberInnen durch...

Álvaro Pombo García de los Ríos ( *1939  in Santander, Kantabrien) studierte an der Universidad Complutense Philosophie und lebte von 1966 -1977 aus politischen Gründen in London. Dort veröffentlichte er 1973 seinen ersten Gedichtband. Nach dem Ende der Diktatur Francos kehrte er nach Spanien zurück. Dort gewann er sogleich den Literaturpeis El Bardo für sein belltristisches Werk Variaciones. 1984 folgte der angesehene Premio Herraldo, der vom hochklassigen Verlag Anagrama vergeben wird. Pombo scheint ein Faible für Helden zu haben, denn der Siegertitel lautet El héroe de las mansardas de Mansard. Damit begründete der Verlag seine Reihe Narrativas Hispánicas de Anagrama und Pombo seinen Weg als wichtige Stimme der spanischen Gegenwartsliteratur.

Pombo ist ein profunder Kenner der mittelalterlichen Geschichte und fühlt sich zur phänomenlogischen Philosophie hingezogen. Dementsprechend sind auch seine Romanthemen verortet. Philosophisch motivierte Reisen in die Tiefen der menschlichen Psyche. Manchen sprechen auch von einem sehr subjektiven Weltbild, das in Pombos Werken zum Besten gegeben wird. Einem pessimistischen-intellektuellem Weltbild natürlich. Später finden auch etische Werte wie "das Gute" Eingang in das philosophische Schreiben Pombos, wie z.B. im Roman El metro de platino iridiado (1990), das - wie könnte es anders sein - sofort wieder mit dem Premio Nacional de la Crítica belohnt wurde. 2005 erhob er nochmals seine kritsch-warnende Stimme gegen die Trivialisiserung der Homosexualität zu Marketingzwecken.

Ein Jahr zuvor, 2004, wurde er auf Vorschlag von Luis María Ansón, Luis Mateo Díez und Francisco Rico in die Real Academia Española berufen und folgte damit Pedro Laín Entralgo nach.

Politisch aktiv ist er natürlich auch. Er sitzt schon in der zweiten Legislaturperiode für die Partei Unión Progreso y Democracia im Landtag der Comunidad de Madrid.

Sein neuster Roman liegt ab 2. Februar 2012 in den spanischen Buchläden auf. Auf deutsch liegen nur wenige Übersetzungen vor. Mutige Verlage waren Klett-Cotta mit Die Elle des Glücks (Ansichtsexemplar bei Amazon) und Piper mit Der Held der Mansarden von Mansard (ebenfalls Direktlink zu Amazon). Eine Ausnahme stellt der österreichische Verlag Stockmann dar, der Das ewig Weibliche (wiederum der Link zu Amazon) herausbrachte - das einzige Buch immerhin, das noch nicht zu Ramschpreisen zu haben ist.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 07. Januar 2012 um 15:43 Uhr
 

Rosalía de Castro - Lyrik und Illustration im Dialog

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Ein wunderschön gestaltetes, hochwertiges Buch,
das man immer wieder gerne in die Hand nimmt!


(Quelle: El Patito Editorial)

Rosalía de Castro ist ein der herausragendesten Lyrikerinnen des 19. Jahrhunderts. Der junge Verlag El Patito aus Santiago de Compostela startete 2011 die gesamte Lyrik dieser bemerkenswerten Literatin in fünf bibliophilen Ausgabe herauszubringen.

Den ersten Band La Flor / A mi madre illustrierte der Grafiker und Zeichner Fausto Isorna.

Die einfühlsamen und sensiblern Illustrationen Fausto Isornas (*1961, Catoira) sind beileibe kein rein dekoratives Beiwerk, sondern beleben die frühen Gedichte Rosalías de Castro und eröffnen dem Leser einen inspirierenden Zugang zur poetischen Welt der Dichterin. Rosalía de Castros erster Gedichtband La Flor steht noch ganz im Zeichen der Romantik, während sie in den Gedichten A mi madre den Tod ihrer Mutter verarbeitet. Ihre Lyrik zeichnet sich durch eine hohe Empfindsamkeit gegenüber der musikalischen Qualität der Sprache aus. Ihre emotionale Sensibilität erscheint ihn ihren Gedichten als reflektierte und subtile Betrachtung über den Essenz der menschlichen Existenz.  Demgegenüber stehen die 23 Grafiken (Mischtechnik auf Papier) in nichts nach.

Rosalía de Castro. La Flor / A mi madre. Santiago de Compostela: El Patito Editorial, 2011. Hardcover 17 x 24 cm, 100 Seiten, 18.00 Euro

Zu bestellen im Online-Shop des Verlags. Das Stöbern darin lohnt sich! Wer neugierig geworden ist, kann sich auch im vielfältigen Angebot bei Amazon über die Literatur Rosalías de Castros umsehen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. Januar 2012 um 11:47 Uhr
 

Wenn der Teufel Regie führt...

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(Quelle: Walde + Graf Verlag)

Wer gruselige Geheimnisse, schaurige Abenteuer und Horror liebt, liegt mit dem Debütroman von Javier Márquez Sánchez genau richtig.

In den 1950er Jahren bereitet sich der englische Schauspieler Peter Cushing auf seine Rolle als Frankenstein vor. Es soll eine schrecklich schaurige Neuverfilmung des Klassikers werden. Zu seiner gewissenhaften Vorbereitung auf die Rolle geht Peter Cushing auch der Frage nach den wahren Ursachen der Angst und der Faszination des Unheimlichen nach. Plötzlich stößt er auf eine seltsame, alte Filmrolle. Das Fest des Monsieur Orphée entpuppt sich als verschollener Film aus der Zeit des Stummfilms. Das Wiederauftauchen des Films ist kein Grund zur Freude, eilt ihm doch der Ruf nach, überall, wo der Film auftaucht, eine Spur des Grauens und der Zerstörung zu hinterlassen. Peter Cushing möchte auch dieses Geheimnis lüften...

Peter Cushing gehörte in den 1950 und 60er zu den gefragtesten britischen Schauspielern und spielte in zahlreichen Horror- und Krimifilmen die Hauptrolle. Wer das Kino dieser Zeit kennt und liebt, wird bei der an sich schon recht unterhaltsamen Lektüre noch zusätzlich mit vielen Querverweisen und Zitaten auf das Filmgenre verwöhnt.

Blättern Sie mal!

Javier Sánchez Márquez wurde 1978 in Sevilla geboren und arbeitet als Journalist und Schriftsteller in Madrid, San Sebastian und Sevilla für Magazine wie Cambio 16 und Esquire. Er veröffentlichte Bücher über Bruce Springsteen, Neil Young und Paul Simon. Das Fest des Monsieur Orphée ist sein erster Roman, der 2010 beim Krimifestival Semana Negra für Furore sorgte.

Javier Márquez Sánchez (Autor) und Patric Sandri (Illustrator). Das Fest des Monsieur Orphée. Zürich: Walde + Graf Verlag, 2011.
407 Seiten, 17 s/w-Abbildungen, übersetzt von Luis Ruby.
30 schweizer Franken bzw. 24.95 Euro in Deutschland und 25.70 Euro in Österreich
oder ganz bequem bei Amazon kaufen

Im Original: La fiesta de Orfeo. Córdoba: Editorial Almuzara, 2009.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 04. Januar 2012 um 15:58 Uhr
 


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