TMEO - Negro, más negro, negrísimo - Eine grausame Comicreise durch Spanien
11.05. - 2.06.12 KunstvereinGRAZ - Vernissage am 11.05.2012 um 20 Uhr
TMEO wurde 1987 in Pamplona gegründet, als Nachfolger der Fanzines Hamelín und Octopus. In der Tradition des ätzend-respektlosen Underground-Comics, zeigt TMEO satirisch die Schattenseiten der „anständigen Leute”, wobei es nicht selten um gesellschaftliche Außenseiter und den Bereich des Vulgären geht. Der Name der Zeitschrift ist ein Wortspiel mit dem spanischen Verb für “pinkeln” (mear) sowie mit dem Titel des klassischen spanischen Comicmagazins TBO (1917-1988). Hiervon ist wiederum der Begriff tebeo abgeleitet, was in Spanien Synonym für Comic ist und gleich klingend mit te veo (span. “ich sehe dich”).
Der Titel ist also ein ironisches Augenzwinkern, sowohl auf das Genre, als auch für Leser, die eine freie kritische Haltung suchen. Als das Magazin entstand, war die spanische Demokratie noch keine zehn Jahre alt, und damals gab es in Spanien einen Comic-Boom. So folgte TMEO dem freizügigen Profil der berüchtigten Zeitschrift El Víbora (1979-2005). Zusammen mit El Jueves ist TMEO noch heute DAS führende spanische Satiremagazin für Erwachsene, das sich mit bissigem Humor zum Zeugen des Alltags macht.
Die Karikaturen der Titelseiten erlauben eine besondere Rückschau auf die letzten 25 Jahre Spaniens, auf haarige Themen und nationale Konflikte: Korruption, Terrorismus, historische Amnesie, Immobilienspekulation, Massentourismus, manipulative Massenmedien, Unwissenheit, Frauenfeindlichkeit, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit... 1990 und 2001 gewann die Zeitschrift den Preis für das beste Fanzine beim Comicsalon in Barcelona und 1989 den von Grenoble.
http://www.atadibujasuscosasytal.com/
Ata hat über 15 Jahre in der Werbebranche gearbeitet. Er ist außerdem Mitarbeiter bei La Kurda, Esquire oder El Jueves. Anfangs orientierte er sich an der “línea chunga” („mieser Stil“), dann beschloss er jedoch, “gut” zeichnen zu lernen und wurde vor allem von Robert Crumb beeinflusst. Sein grober Humor kontrastiert mit den gezierten Illustrationen und regt in Kombination mit heiklen und schwierigen Themen zum Nachdenken an.
http://www.airotiv.net/
LARRI (Iñaki Larrimbe Ibáñez)
Larri hat Kunst studiert, und seine Arbeit beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen den Menschen und ihrem Lebensraum. Dabei nimmt er ironisch die Konsumgesellschaft aufs Korn. Sein künstlerisches Universum hat er mit unterschiedlichen Mitteln entwickelt: Zeichnung, Fotografie, Video, Installationen... Er arbeitet auch bei der Nachrichtenzeitung von Álava mit der kunstkritischen Rubrik “Airotiv” und einem Kultur-Blog.
http://www.mauroentrialgo.com/
Comiczeichner, Dramaturg, Drehbuchautor, Illustrator, Musiker und auch Gründungsmitglied von TMEO. Er hat bei zahlreichen Publikationen mitgearbeitet, z.B. El Víbora, El País, El Jueves, etc. 1994 war er die große Entdeckung beim Comicsalon in Barcelona.
Die Ausstellung wurde von Pedro Álvarez Olañeta kuratiert.









